KH #028
Heidi Mühlschlegel
Meerschweinchen

ERÖFFNUNG
Sa. 13. November 2010 . 19 Uhr
mit der Kostümperformance „Fuzibu“
INSTALLATION
bis 04. Dezember 2010 . jederzeit sichtbar
Meerschweinchen
Im November ist Heidi Mühlschlegel mit „Meerschweinchen“ im KloHäuschen zu Gast.
Meerschweinchen ist ein Eröffnungsvorhang für Ausstellungen von kleinen Bildtafeln und filzigen Objekten. Er ist aus verschiedenen Glanzstoffen, brüchiger Vorhangspitze und Mullbinden zusammen genäht. Gefärbt mit Moosgrün bis Weinrot und besehen mit Farbschlieren, Kunstpflanzen- und Glitzerteilchen, stellt er einen geheimnisvoll funkelnden Regenwald mit Lianen und Dschungelwesen dar.
(Text 2025)
Meerschweinchen eröffnet am 13. November um 19 Uhr mit der Kostümperformance Fuzibu (Idee: Lutz Weinmann, Realisation/Kostüm/Textilplastik: Heidi Mühlschlegel): Es geht um die Hose des Künstlers und einen Zwerg Namens Fuzibu. Der Künstler läßt die Hose runter und zieht sich dabei eine spezielle über. Was hat ein Zwerg darin zu suchen? Der Zwerg, dessen Verwandte in den Tiefen des Gebirges nach Erz graben und dabei manchmal Edelsteine finden, der zum Beispiel ein Goldschmied ist und die handwerklich perfekte Schmiedekunst versteht. In der Performance Fuzibu kriecht er in den Hintern seines Erfinders.
Zur Arbeit von Heidi Mühlschlegel:
Wie Wasser, fließend sprudelbildend zeigt sich auch die Grundstruktur der Gemälde. Flecken an Flecken setzt Heidi auf das Bild. Es ergibt sich eine Textur von übereinanderliegenden kontrastierenden fedrigen Strichen, Flecken oder Punkten, die reliefartig einen Tiefenraum eröffnet. Sie ist wiederum an das Endlosmuster von Stoffen angelehnt. Bei dem Bild „Meerschweinchen“ von 2009 z.B. kann man im unteren Bereich bis auf fast halber Höhe einen Giraffenplüsch und darüber feuerroten Plüsch mit Schwarzem Spinnenmuster als Untergrund erkennen. Die industriell gefertigten „Raubtierfelle“ und Tiermuster wirken sehr amüsant kitschig und dienen in ihrer stupenden industriell gefertigten Art als Kontrastfolie zu der Gestik und Subtilität der Malerei. Das Pathos dieser Malerei wird hier regelrecht auf die Schippe genommen. Zu sehen auch sehr schön in kleineren Bildern der Künstlerin, wo nur Malgestus und Plüsch aufeinander treffen. Die leuchtenden Farben der Bildtafel „Meerschweinchen“ entführt einen in eine Galaxis voller glühender Farbsterne und leuchtender Andromedanebel. Man kann auch andere Unendlichkeitsstrukturen assoziieren, wie üppige Blumenwiesen oder ein Dschungel von oben. Gleichzeitig mit dem Gefühl der Entgrenzung die einen vor diesem Bild beschleicht trifft man wieder auf eine anheimelnde, üppige Stofflichkeit als Gegenstück. Genau, wie in die Pastiken der Künstlerin möchte man das Bild am liebsten anfassen, die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen abtasten.
Ingrid Thorwart


Verbindungen …
Dieser Gast hat schon mehrfach mit dem KloHäuschen zusammen eine Arbeit realisiert – oder hat zu einer gemeinsamen Veranstaltung eine Arbeit beigetragen:
NE TRAVELLEZ JAMAIS
Das KloHäuschen reist nach Dresden
18. Juli – 17. Aug 2025
(KH21)
Münzprägefest
09. Dez 2022
NE TRAVELLEZ JAMAIS II
Reise zu ArtPros
25. Nov – 03. Dez 2021
NE TRAVELLEZ JAMAIS
Das KloHäuschen reist nach Arkadien
14. Juni – 18. Juli 2021
5. KloHäuschen Biennale
in der KH-KUNSTHALLE
10. Juli – 14. Aug 2020
3. KloHäuschen Biennale
Biennale der vernachlässigten Lebensformen
02. – 09. Juli 2016
2. KloHäuschen Biennale
TRANSFER
25. Okt – 02. Nov 2014
Das KloHäuschen
Winter Performance Festival
12. Februar 2011
Heidi Mühlschlegel
Meerschweinchen
13. Nov – 04. Dez 2010
KH #010





