KHBi2

2nd KloHäuschen Biennial

TRANSFER

Neugier und Überwachung und künstlerische Praxis

Kurator: Matthias von Tesmar

Prolog
Das KloHäuschen im Flugzeug zur 12. Istanbul Biennale, 2011: „In recent years we have seen a lot of biennials. They look like and want to look like everything but an exhibition. We have decided to make a real exhibition.“ Und das KloHäuschen liebte die Kuratoren der 12. Istanbul Biennale sofort. Weil die Ausstellung um ihrer selbst willen da sein darf so wie das KloHäuschen um seiner selbst willen da ist. Und niemandem dient oder „nützlich“ ist. Zufrieden mit dem was es ist. Und da will das KloHäuschen auch mal eine „Kunstausstellung“ zu Gast haben. Ja, und zwar alle 2 Jahre. Die beste, die es kriegen kann.

Ausstellung mit
Alexander Steig | Annegret Bleisteiner | ATHOR | Birthe Blauth | blinkgestalten | Christian Donner | Claire Angelini | Heidi Muehlschlegel | Johannes Lotz | Judith Egger | Klaus von Gaffron | k./ noface! LOOK | Manuel Eitner | Maria Sophie Berauer | Nikolai Vogel | Oliver Westerbarkey | Shinn Maeda | Silke Markefka | Stephanie Maier | Su Hui Yu | Tamiko Thiel | Tommy Schmidt | venske & spänle | VistVunkVerlag

2. KloHäuschen Biennale

KHBi2 – TRANSFER

Bildinteresse zwischen Videoscreen und Datenklau

Längst haben sich internationale Kunst-Biennalen vom bloß Repräsentativen abgekoppelt und versuchen, jenseits des allgemein Merkantilen, im besten emanzipatorischen Sinne ideologisch zu sein. Und doch sind sie der globalen Logistik des Kunstbetriebs ausgeliefert, da sie den Convenience-Erwartungen des andernfalls ausbleibenden Publikums entsprechen und im lokalen Maßstab Kosten-Nutzen-Erwartungen genügen müssen.
 
Die KloHäuschen Biennale unterläuft den Begriff der repräsentativen Weltkunstschau per se, um ihn – vielleicht – letztlich doch einzulösen.

Das Bild ist immer mehr. Es geht über das Dargestellte hinaus, lenkt das Interesse. Doch warum überhaupt Interesse? Unterscheiden sich Bildlust und Wissbegier? Gründen Voyeurismus und Überwachung auf den gleichen Impulsen?
 
In Zeiten weltumspannender Datennetze kommt dem Begriff des Exponats, des Ausstellungsstücks, eine neue, allgemeinere Bedeutung zu.
 
Bereits das Videotape der 1970er Jahre brachte, aufgrund seiner im Verhältnis zu Vorgängermaterialien leichteren Handhabung, neue Bildinhalte, sei es im kooperativ-politischen Bereich, im häufig privaten Blick der Videokunst oder als Überwachungsmedium für Bereiche des öffentlichen Raumes.
 
Die sich in den 90ern durchsetzende Digitalisierung von Medien hat im Laufe von zwanzig Jahren zur Hochverfügbarkeit aller denkbaren Inhalte geführt und diese aus akademischen Umgebungen in marktkonforme überführt.
 
Marktökonomie jenseits der Krise erscheint attraktiv, ihre Produkte begehrenswert. Ökonomisch unterlegene Haltungen fordern Teilhabe oder lehnen dieses Gesellschaftsmodell konsequent und aggressiv ab. Beides erzeugt Neugier.
 
Heute gilt diese Neugier dem digitalen Bit, das sich zur Repräsentation eines Abbilds, zum Einkaufs-Klick oder zur subversiven Handlungsanleitung verschwistern kann. Jede Tastatureingabe, jeder Speech-to-text-Akt gerät zum verfügbaren Exponat.

Machen wir uns nichts vor: Alle wollen alles wissen können. Ein Geheimnis ist prickelnd, weil es gewusst werden kann.
 
Blick und Einblick, reale und fiktive Überwachungs-Bilder, preisgegebene Bits, verschlüsselte Botschaften: Unser DORF soll schöner werden!
 
Matthias v.Tesmar

ERÖFFNUNG

Samstag 25. Oktober 2014 . 19:00 Uhr
Mit Performances von ATHOR, Maria S. Berauer, Tommy Schmidt, Nikolai Vogel, Oliver Westerbarkey

GEÖFFNET
26. – 31. Oktober . jeweils 17 – 19 Uhr
02. November 12 – 14 Uhr

FINISSAGE
Samstag, 01. November um 19 Uhr

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Der Katalog

(Info coming soon)

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OBSERVATION

>> Sensiblo Chamaeleon bloggt<<

Screenshot Sensiblo Chamaeleon bloggt, 2014

Münchner Fahrgastfernsehen, U-Bahn, Foto: Gent Halili

Team

Kurator
Matthias von Tesmar

Raum
Matthias von Tesmar

Grahik
Anja Uhlig & Das KloHäuschen

Biennale-Leitung
Das KloHäuschen & Anja Uhlig

Die KloHäuschen Biennale

Seit 2012 richtet Das KloHäuschen seine eigene Biennale aus.
Denn wenn man seine eigene Biennale hat, dann ist man jemand wie Venedig oder Istanbul. Das weiß doch jeder.

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KH #010

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