KH #002
Luçjan Bedeni
Untitled

ERÖFFNUNG
07. Februar 2009 . 19-20 Uhr
INSTALLATION
bis 06. März 2009 . jederzeit sichtbar
untitled
Das KloHäuschen zeigt von 21.03. bis 17.04.2009 das Video untitled des albanischen Videokünstlers Luçjan Bedeni.In dem 106-minütigen Film beschäftigt sich der Künstler mit den Auswirkungen des stalinistischen Albaniens auf die gegenwärtige Situation des Landes. Mit Hilfe einer feinen Ironie gelingt es ihm den Aufarbeitungsprozesses eines stark verwundeten Landes anzustoßen.
Albanien hatte während der kommunistischen Zeit bis Anfang 1991, ca. 600.000 Ein- und Zwei-Mann-Bunker zur Verteidigung des Landes bauen lassen. Während das Land heute mühsam die zahlreichen nach außen nicht sichtbaren Vergangenheitswunden zu heilen versucht, sind die hundert tausend Bunker sowohl im Landesinneren als auch an der Küste nicht zu übersehen. Ehemals von der Bevölkerung verachtet, dann verflucht und bald von der Natur in Besitz genommen und vergessen oder verdrängt, belegen sie jetzt eine beinah archäologische Dreidimensionalität, nicht verschlafen sondern während der Lethargie der letzten zwanzig Jahre verstorben.
Luçjan Bedeni wäscht in seinem Videofilm eine dieser Leichen der dystopischen Vergangenheit öffentlich. Er frisiert den Bunker, putzt ihn blank und scheuert ihn und verleiht ihm die ironische Würde seines absurden Daseins. Der Künstler entblößt ein Stück albanische Geschichte, bekennt sich mutig dazu und verleiht seiner Welt cool und frech das erforderliche Selbstbewusstsein einer heilenden Gesellschaft.

Luçjan Bedeni wurde 1987 in Nordalbanien geboren und studiert seit Mai 2008 an der Kunstakademie in Tirana.
www.yvaawards.org/a-wardee/lucjan-bedeni

Die Installation wurde realisiert in Zusammenarbeit mit GalerieLa.
Aus der Eröffnugsrede:
In sowjetischer Leere und trostloser visueller Umgebung situiert, sparsam durch das kalte baltische nocturne Dämmerungslicht beleuchtet, stand als ein Portal zu in anderen Zeiten liegenden kontinentalen Realitäten, zwischen leeren stillgelegten industriellen Umschlagplätzen der ansonsten industriell straff organisierten Stadt das KloHäuschen.
Konzeptuell mit dem Gesicht nach dem jetzigen Geist gerichtet und mit dem Rücken zu den jetzigen Trends, bot es lakonisch die Antwort auf die Zeit.
Nora Wagner & Gent Halili

KH #002



